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Was kostet eine QNG-Zertifizierung?

Wer Fördergelder für ein energieeffizientes Haus möchte, ist auf das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) angewiesen. Wie viel es kostet, lesen Sie hier.

Logo des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude (QNG) des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.
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Das Wichtigste in Kürze

Stand: 29.08.2025

  • QNG ist Pflicht für die KfW-Förderung "Klimafreundlicher Neubau" mit Nachhaltigkeitsklasse (Effizienzhaus 40). 
  • Die Kosten setzen sich aus Zertifizierungsgebühren und Honorarkosten für den Nachhaltigkeitsexperten zusammen.
  • Das Siegel bestätigt die nachhaltige Qualität Ihres Neubaus – von der Bauweise bis zur Materialwahl.

          

Welche Kosten entstehen bei einer QNG-Zertifizierung?

Die Kosten für das QNG-Gütesiegel setzen sich aus Zertifizierungsgebühren und Honorarkosten für den Nachhaltigkeitsexperten (auch Auditor genannt) zusammen. Letzterer meldet das Bauprojekt an, begleitet den Prozess und reicht die Unterlagen bei einer akkreditierten Zertifizierungsstelle ein.  Das alles hat seinen Preis und die Kosten setzen sich wie folgt zusammen: 

  • Zertifizierungsgebühren: Die Gebühren variieren je nach Art und Größe des Gebäudes. Eine beispielhafte Zertifizierungsstelle für das QNG ist das Bau-Institut für Ressourceneffizientes und Nachhaltiges Bauen (BiRN). Es beziffert die Kosten für ein Einfamilienhaus mit einer Wohneinheit (WE) auf 559 Euro netto, für ein Zweifamilienhaus auf 759 Euro netto. Hier eine Übersicht:
Einfamilienhaus (1 WE) 559 Euro netto
Zweifamilienhaus (2WE) 795 Euro netto
Dreifamilienhaus (3 WE) 995 Euro netto
Vierfamilienhaus (4 WE) 1.295 Euro netto
Fünffamilienhaus (5 WE)  1.495 Euro netto
  • Honorarkosten: Das Honorar für den Auditor hängt von Größe, Art und Aufwand des Bauprojektes ab. Es wird für jedes Projekt individuell zwischen Bauherr und Auditor verhandelt. Im Gegensatz zu den Zertifizierungsgebühren werden Auditorenkosten nicht wie bei BiRN standardisiert veröffentlicht. Es handelt sich um einen flexiblen Posten.

Wer braucht das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude?

Logo des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude
So sieht es aus, das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude.

Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude ist für alle wichtig, die neu bauen und dafür Fördermittel über die Kreditsanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen wollen. 

Zum Hintergrund: Die staatliche Förderbank unterstützt Neubauten nur noch, wenn sie als  Effizienzhaus-40 mit Nachhaltigkeitsklasse geplant sind. Und Voraussetzung hierfür ist das QNG.

Informieren Sie sich zur Finanzierung

Sie planen den Neubau mit QNG-Zertifizierung? Dann lohnt sich ein genauer Blick auf Ihre Finanzierungsmöglichkeiten. In unserem Infomaterial finden Sie alle wichtigen Infos rund um Förderprogramme, Darlehen und die nächsten Schritte.

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FAQ: Was sonst noch über das QNG-Zertifikat wichtig ist

Was ist das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG)?

Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude wurde im Jahr 2021 eingeführt, um mehr Nachhaltigkeit im Bau- und Gebäudebereich zu erreichen. Es baut auf verschiedenen im Markt existierenden Bewertungssystemen zur Nachhaltigkeit auf.

Das QNG definiert Anforderungen an die ökologische, die soziokulturelle und die ökonomische Qualität von Gebäuden. Es adressiert auch die Qualität der Planungs- und Bauprozesse. Das staatliche Gütesiegel wird in zwei Anforderungsstufen – QNG-PLUS und QNG PREMIUM – von anerkannten Zertifizierungsstellen vergeben.

Um sie zu erreichen, muss das Gebäude neben den Kriterien für den Standard Effizienzhaus 40 auch die Anforderungen des QNG erfüllen. Und: Bauherren müssen das mit einem entsprechenden Zertifikat belegen.  

Seit 1. März 2023 ist die Neubauförderung noch einmal ganz neu organisiert unter „Bundesförderung für effiziente Gebäude - Klimafreundlicher Neubau" (BEG KFN). Das beinhaltet Anforderungen an die Nachhaltigkeit eines Neubaus auf der Grundlage des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude.

In der BEG KFN gibt es zwei Stufen der Neubauförderung – Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (KFN) und Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude mit QNG (KFN-QNG). Die Nachhaltigkeitsanforderungen des QNG PLUS müssen in beiden Fällen erfüllt werden, jedoch ist nur in der anspruchsvolleren Stufe KFWG-Q ein Zertifikat Pflicht. 

Welche Anforderungen stellt das QNG an das Gebäude?

Bauarbeiter prüft Bauausführung im Haus
Auch die Nachhaltigkeit der Baumaterialien wird beim QNG-Siegel geprüft. (Quelle: stock.adobe.com/kolotype)

Im Handbuch „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ (PDF) finden sich Kriterien-Listen für die unterschiedlichen Anwendungsfälle. Zu den besonderen Anforderungen im öffentlichen Interesse gehören unter anderem:

  • Schadstoffvermeidung in Baumaterialien
  • Barrierefreiheit
  • Inanspruchnahme von Ressourcen und Flächen
  • Nachhaltige Materialgewinnung
  • Begrenzung der Treibhausgasemissionen und des Primärenergiebedarfs


Das QNG-Gütesiegel verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Es betrachtet nicht nur das fertige Gebäude mit Außenanlagen und sämtlichen baulichen und technischen Anlagen, die in einem räumlichen und/oder funktionalen Zusammenhang mit dem Gebäude stehen, sondern auch sämtliche Prozesse von der Planung über die Errichtung bis zur Übergabe und Inbetriebnahme und Nutzung.

Was sind die Unterschiede zwischen QNG-PLUS und QNG-PREMIUM?

Anforderung QNG-PLUS QNG-Premium
Höchstgrenze Treibhausgasemissionen im Gebäudelebenszyklus  24 kg CO2 Äqu./m² a * 20 kg CO2 Äqu./m² a
Höchstgrenze Primärenergiebedarf im Gebäudelebenszyklus  96 kWh/m² a 64 kWh/m² a
Mindestanteil Holz und Holzprodukte aus nachhaltiger Forstwirtschaft  50 Prozent 80 Prozent
Schadstoffvermeidung

Bauherr verpflichtet
ausführende Firmen zur Einhaltung der QNG-Anforderungen; Firmen müssen das bestätigen.
Einhaltung der
QNG-Anforderungen muss für alle neu eingebauten Materialien und Produkte nachgewiesen werden.
  • Fußnoten

    * Mit der Maßeinheit CO2-Äquivalent wird die Klima­wirkung verschiedener Treib­haus­gase verglichen. Beispiel: Methan wirkt 28-mal stärker als CO2. Die vollständige Maßeinheit CO2 Äqu./(m² a) drückt die Treib­haus­gas-Klima­wirkung pro Quadrat­meter Wohn­fläche und Jahr aus.

    Quelle: Handbuch des Qualitätssiegels Nachhaltiges Bauen

Wie erhält ein Gebäude das QNG-Qualitätssiegel?

Für die Vergabe des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude (QNG) gibt es sowohl inhaltliche als auch formale Voraussetzungen:

  • Erfüllung sämtlicher QNG-Kriterien für den Anwendungsfall
  • Zertifizierung nach einem staatlich anerkannten Nachhaltigkeitsbewertungssystem
  • Überprüfung der erreichten Qualitäten durch eine anerkannte Zertifizierungsstelle  

Mehrere, vorrangig privatwirtschaftliche, Anbieter haben in den vergangenen Jahren Systeme zur Bewertung und Zertifizierung der Nachhaltigkeit von Einzelgebäuden entwickelt und diese dann mit eigenen Siegeln umgesetzt. Wenn ein solches Siegel die staatlichen Anforderungen an das QNG erfüllt, kann es der Anbieter für bestimmte Anwendungsfälle bei der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) registrieren lassen.

Unterstützung für Planer, Bauunternehmen und private sowie institutionelle Investoren bei der Auswahl der passenden Produkte bietet auch das Sentinel Haus Institut. Das Unternehmen, nach eigener Aussage "Wissensführer für gesündere Gebäude", prüft Bauprodukte auf die gesundheitliche Qualität gemäß dem QNG-Steckbrief 3.1.3. und vergibt auf dieser Basis die Auszeichnung "QNG-Ready". Die entsprechend ausgezeichneten Produkte werden in der Sentinel-Datenbank gelistet.

 

Wie beantrage ich das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG)?

Der erste Ansprechpartner für Bauherren beim Antrag auf das QNG-Siegel ist ein Nachhaltigkeitsexperte, auch Auditor genannt. Das ist ein von einem der Anbieter eines staatlich anerkannten Bewertungsystems ausgebildeter Berater. ACHTUNG: Ein Auditor ist nicht zu verwechseln mit einem Energieeffizienz-Experten/Energieberater!

Eine gemeinsame, öffentliche Liste für Nachhaltigkeitsexperten gibt es (noch) nicht. Bauherren finden einen Auditor in ihrer Nähe über die Postleitzahlen-Suche auf den Internetseiten der Bewertungssystemanbieter.

Nach der Beauftragung durch den Bauherrn meldet der Auditor das Projekt in einer Zertifizierungsstelle an. Im Rahmen einer Übergangsregelung sind aktuell noch die Anbieter der Bewertungssysteme als Zertifizierungsstellen anerkannt. Die Geschäftsstelle Nachhaltiges Bauen im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) führt eine Liste der akkreditierten Zertifizierungsstellen.

Der Auditor begleitet den gesamten Planungs- und Bauprozess und verfasst eine Dokumentation. Schließlich reicht er alle Unterlagen zur Prüfung bei der Zertifizierungsstelle ein. Die vergibt das Siegel.  

Wie geht es jetzt weiter?

Zugegeben: Die Anforderungen rund um das QNG sind nicht leicht zu verstehen. Diese Komplexität soll Sie aber nicht daran hindern, neu zu bauen und dafür auch staatliche Fördermittel nutzen. Lassen Sie sich helfen und von unseren Heimatexperten vor Ort über  Finanzierungsmöglichkeiten beraten. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin und profitieren Sie von unserer umfassenden Expertise und der individuellen Beratung.

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